A cappella-Konzert mit Uraufführung

Im kommenden Programm widmet sich der Kammerchor Rosenheim einer der faszinierendsten Ausdrucksformen der Chormusik: dem Doppelchor. Zwei voneinander unabhängige Chöre treten dabei in musikalischen Dialog, antworten einander, verschmelzen zu mächtigen Klangflächen oder verweben sich zu kunstvoller Polyphonie. Die Wirkung dieser Musik ist bis heute beeindruckend – räumlich, klanglich und spirituell.
Das Konzert spannt einen Bogen von der Renaissance bis in die Romantik und verbindet damit zwei Epochen, die auf den ersten Blick weit voneinander entfernt erscheinen mögen. Tatsächlich aber zeigen sich erstaunliche Gemeinsamkeiten: die Suche nach klanglicher Schönheit, die Verbindung von geistlichem Ausdruck und musikalischer Architektur sowie die besondere Fähigkeit der Chormusik, Gemeinschaft hörbar zu machen.
Im Zentrum des Renaissance-Teils stehen Werke von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Giovanni Gabrieli und Giovanni Croce. Die Chormusik der Renaissance zeichnet sich durch eine transparente Polyphonie aus, in der jede Stimme eigenständig geführt wird und sich dennoch in ein harmonisches Ganzes einfügt.
Mehrere Jahrhunderte später greifen die Komponisten der Romantik diese Tradition wieder auf und entwickeln sie weiter. Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Josef Gabriel Rheinberger zeigen, wie sehr sich die romantische Chormusik auf die alten Meister bezog, sie erweitern jedoch die harmonische Sprache, suchen größere dynamische Kontraste und eine stärkere persönliche Emotionalität.
Den Höhepunkt des Programms bildet die Uraufführung eines „Vater unser“, komponiert von Andreas Schuch, u.a. Musiklehrer am Ignaz-Günther-Gymnasium und selbst Sänger im Kammerchor Rosenheim. Was das Publikum erwartet, formuliert Andreas Schuch so: „Fasziniert seit meiner Kindheit von (doppelchöriger) Chormusik mit ihren schier unerschöpflichen klanglichen Möglichkeiten, schlummert in mir schon einige Jahre der Traum, das Vater unser für 8-stimmigen Chor zu vertonen. Das Stück ist nicht modern im eigentlichen Sinne, sondern knüpft an die Tradition romantischer Chormusik (Mendelssohn, Brahms, Rheinberger) an.“
Wir laden Sie herzlich ein, diesen musikalischen Bogen von der Renaissance bis in die Gegenwart gemeinsam mit dem Kammerchor Rosenheim zu erleben.
Wann: Sonntag, 28. Juni 2026 um 29 Uhr
Wo: Pfarrkirche Sankt Nikolaus Rosenheim
Eintritt frei – Spenden erbeten